
Die Kinesiologie gehört der Chiropraktik bzw. Körpertherapie an und ist demnach ein alternativmedizinisches Behandlungs- und Diagnosekonzept. Der Begriff steht für die Varianten der Applied Kinesiology, die von Georg Joseph Goodheart bekannt gemacht wurden. Um eine Diagnose zu stellen, werden manuellen Muskeltestes durchgeführt. Es wird davon ausgegangen, dass die Muskelspannung eine Rückmeldung auf den funktionellen Zustand eines Körpers gibt.
Was ist die Kinesiologie?
Die Kinesiologie ist eine effektive Methode, um Stressreaktionen und Blockaden abzubauen und das Wohlergeben und die Gesundheit eines Menschen zu verbessern. Mit der Methode wird versucht, die Gesundheit im Ganzen und nicht punktuell zu verbessern sowie Stress abzubauen. Der Körper soll leistungsfähiger werden und lernen, mit bestimmten Situationen besser umzugehen. Ausschlaggebend ist der Muskeltest, der quasi eine "Befragung" des Körpers darstellt. Es soll herausgefunden werden, wo die Blockaden liegen, wovon sie hervorgerufen werden und welche Technik sie lösen können. Diese Methode soll funktionieren, weil alle von einem Menschen gesammelten Erfahrungen im Zellgedächtnis und Nervensystem gespeichert sind. Um die Blockaden abzubauen, gibt es verschiedene Techniken, die immer individuell an den Patienten angepasst werden.
Spezialisierungen
Je nach Ausbildung wird zwischen dem coachenden-, dem therapeutischen- und dem begleitenden Kinesiologen unterschieden. Der begleitende Kniesiologe fördert beispielsweise Lebens- und Lernprozesse, verhilft zu mehr Selbstbewusstsein und begünstigt die Selbstentfaltung. Beim therapeutischen Kinesiologen handelt es sich um diverse Heilberufe, die Krankheiten entgegenwirken. Der coachende Kinesiologe verhilft zu Leistungssteigerungen im Sport und kann helfen, Ängste abzubauen und Konflikte zu lösen.
Ablauf des Muskeltestes
Im Jahr 1964 entwickelte Georg Joseph Goodheart ein einfaches Testverfahren, das die Muskelfunktionen genau erfasst. Zuvor wurde beobachtet, dass sich alle psychischen und physischen Vorgänge des Menschen im Funktionszustand seiner Muskeln widerspiegeln. Die getestete Person wird zunächst aufgefordert, den zu testenden Teil des Körpers (Bein oder Arm) gegen den Druck des Kinesiologen an seinem Platz zu halten. Diese Testergebnisse, die als verriegelt oder entriegelt bezeichnet werden, geben Aufschluss über die Blockaden und Einflüsse, denen der Patient gerade ausgesetzt ist. Georg Joseph Goodheart stellte außerdem fest, dass Organe und Meridiane mit jeweils ganz speziellen Muskeln in Verbindung stehen. Im Großen und Ganzen geht es bei der Kinesiologie darum, das energetische Ungleichgewicht zu erkennen und es auszugleichen. Es wird angenommen, dass der Organismus des Menschen selbst am allerbesten weiß, was das richtige ist und was hilft.
Über das Feedback der Muskeln werden Fragen vom Körper beantwortet. Potentielle Fragen können sein:
Ist ein bestimmtes Heilkraut zu empfehlen?
Soll ein bestimmtes Nahrungsmittel künftig ausgelassen werden?
Ist die soziale Situation stressig?
Soll eine Akkupunktur stattfinden?
Der Hauptvorteil dieser Methode liegt darin, dass der Körper selbst mitteilen kann, was zur Behebung eines Problems unternommen werden soll. Der Ursprung der AK (Angewandte Kinesiologie) liegt in der Chiropraktik, jedoch ist die Anwendung nicht nur auf die Gesundheitspflege beschränkt. Die Anwendungsmöglichkeiten sind kaum begrenzt. In der Zahnmedizin kann beispielsweise die Materialverträglichkeit mit der AK getestet werden. Masseure, Chiropraktiker und Krankengymnasten können sich die Technik ebenfalls zunutze machen. Von daher arbeiten Kinesiologen auch häufig mit anderen Spezialisten zusammen. Psychologen nutzen die Muskeltests teilweise, um den Ursprüngen der Erkrankung auf den Grund zu gehen.
Varianten
Seit der Entstehung der Kinesiologie wurden viele Abwandlungen und weiterführende Techniken entwickelt. Hierzu zählt auch "Touch for Health", das weitere Elemente der chinesischen Medizin in sein Konzept aufnimmt. Die Edu-Kinestetik ist ebenfalls eine Weiterentwicklung und beschäftigt sich mit der Bewegungspädagogik. Lernschwierigkeiten und verwandte Probleme wie Hyperaktivität sollen effektiver behandelt werden. Letzten Endes gibt es auch noch die "3-in-1"-Entwicklung, die sich mit psychischen Blockaden beschäftigt und sich aus Kinesiologischen Aspekten und Gesprächstherapie zusammensetzt.
Wer sollte einen Kinesiologen aufsuchen?
Kinesiologen können im Prinzip von allen Menschen mit oben beschriebenen Problemen aufgesucht werden. Insbesondere, wenn man das Gefühl hat, ständig überfordert zu sein und sich daraufhin eventuell schon gesundheitliche Unstimmigkeiten bemerkbar gemacht haben, kann ein Kinesiologe weiterhelfen. In der Regel nennen sich solche Spezialisten "Heilpraktiker für Kinesiologie". Sie arbeiten selbstständig in ihrer eigenen Praxis. Die Kosten für die Behandlung muss jedoch der Patient selbst tragen.