
Die Strahlentherapie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Anwendung von ionisierender Strahlung auf Menschen beschäftigt. Das Ziel besteht darin, Krankheiten zu heilen oder zumindest das Fortschreiten zu verlangsamen. Als ionisierende Bestrahlung werden insbesondere Gammastrahlen, Elektronenstrahlungen und Röntgenstrahlen eingesetzt.
Relativ neu ist die Behandlung mit Protonen, schweren Ionen und Neutronen.
Facharzt für Bestrahlung
Damit sich ein Arzt als "Facharzt für Strahlentherapie" bezeichnen darf, muss er nach seinem Studium an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen. Diese Maßnahme beträgt 60 Monate und muss an einer anerkannten Bildungsstätte ausgeübt werden. 12 Monate dieser Zeit müssen bei einer stationären Patientenversorgung stattfinden. Bis zu 12 Monaten können angerechnet werden, wenn bereits in einer Radiologie gearbeitet wurde.
Krebs gehört mittlerweile zur Volkskrankheit und stellt eine der größten Herausforderungen für die Medizin dar. Die steigende Lebenserwartung führt dazu, dass künftig immer mehr ältere Menschen in Europa leben werden und demnach auch immer häufiger Krebs diagnostiziert wird. In Deutschland stirbt derzeit jeder vierte an einem bösartigen Tumor. Eine erfolgreiche Behandlung von Krebst ist aber bereits möglich, wodurch die Lebensqualität und die Prognose eines Erkrankten deutlich verbessert werden kann.
Der Radioonkologe - worin liegen seine Aufgaben?
Ein Arzt für Radioonkologie bzw. Strahlentherapie hat eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Während der Ausbildung wird die medizinische Verabreichung ionisierender Strahlung und die Anwendung von Chemotherapeutika gelehrt. Im Mittelpunkt des Aufgabenbereiches steht die Erstversorgung der Patienten in Verbindung mit der Anwendung moderner Technologien. Das Gebiet der Strahlentherapie ist noch recht neu, auch wenn die Anwendung der Bestrahlungstherapie bereits auf das Jahr 1896 zurückgeht. In diesem Jahr wurde nämlich erstmals ein Mammakarzinom mit Erfolg behandelt. Die Technik entwickelte sich so schnell, dass nun ein recht kreatives Arbeit möglich ist. Ein kompetenter Facharzt wird verantwortungsbewusst mit den ionisierenden Strahlungen umgehen, sodass die Organe und gesundes Gewebe weitestgehend verschont bleibt. Durch eine immer besser werdende Planungsmöglichkeit und die gezielte Anwendung verschiedener Strahlenqualitäten wird ermöglicht, dass die Bestrahlung recht genau erfolgen kann und somit größtenteils erkranktes Gewebe zerstört wird. Neue Strahlenqualitäten wie Schwerionen und Protonen eröffnen ganz neue Therapieansätze, weshalb die Erfolgschancen immer größer werden. Ein Radioonkologe arbeitet dicht mit allen an der Behandlung beteiligten Fachärzten zusammen, sodass eine für den Erkrankten optimale und individualisierte Behandlung zusammengestellt werden kann.
Strahlentherapeuten müssen nicht nur über ein ausgezeichnetes Wissen in ihrem Fachgebiet verfügen, sondern auch gute Fähigkeiten in der persönlichen und einfühlsamen Kommunikation vorweisen. Es findet häufig eine direkte Interaktion zwischen Psychoonkologen, Fachärzten der Radioonkologie und Schwestern statt. Im Prinzip ist der Beruf eher technisch ausgerichtet, jedoch besteht ein hoher Anspruch an klinischem Verständnis und dem Umgang mit Menschen.
Sobald der Krebs diagnostiziert wurde, muss der Strahlentherapeut sich mit dem Patienten und den Angehörigen über die Erkrankung und die Therapiemöglichkeiten unterhalten. Des Weiteren werden künftige medikamentöse Tumortherapien und die Auswahl der passenden Chemotherapie besprochen. Als nächstes muss der Facharzt genau über mögliche Nebenwirkungen und Spätfolgen aufklären. Der Strahlentherapeut wird den Patienten während der gesamten Behandlung begleiten und die Radiotherapie durchführen.
Wann wird eine Strahlentherapie notwendig?
Zu den typischen Krankheiten, die mit einer Strahlentherapie behandelt werden können, gehören Lungenkrebs, Brustkrebs, Hauttumore, Darmkrebs, Hirntumore, Prostatakrebs und lymphatische Krankheiten. In den meisten Fällen findet eine externe Radiotherapie statt, wobei mit hochenergetischen Röntgenstrahlen gearbeitet wird.
Ablauf der Therapie
Nach ausführlichen Untersuchungen, der Bestrahlungsplanung und Gesprächen wird schließlich die erste Bestrahlung stattfinden. Die sogenannte Ersteinstellung hat eine sehr große Bedeutung, da der zuvor besprochene Plan erstmals auf den Körper übertragen wird. Alle Techniken werden überprüft, wozu eine bildgestützte Strahlentherapie eingesetzt wird. Der Patient wird auf einem Behandlungstisch liegen, während die Strahlenquelle mit einem Abstand von einem Meter um den Körper herumfährt. Mindestens einmal in der Woche wird der Körper auf Nebenwirkungen untersucht. Am letzten Tag der Bestrahlung findet ein abschließendes Gespräch und eine Untersuchung statt. 6 Wochen nach Ende der Therapie muss der behandelnde Arzt erneut aufgesucht werden.