
Kernaufgaben den Hämatologen
Die Mediziner verstehen unter dem Begriff "Hämatologie" die Lehre vom Blut. Die Fachärzte befassen sich in diesem Bereich hauptsächlich mit den festen Teilen des Blutes. Diese kennen die Patientinnen und Patienten meist als rote und weiße Blutkörperchen oder als Erythrozyten und Leukozyten und als Blutplättchen oder Thrombozyten.
Zu den vorrangigen Tätigkeiten der Hämatologen gehört es, sich mit der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Blutkrankheiten zu befassen. Im engeren Sinn geht es dabei um Erkrankungen des erythro- und leukozytären sowie des Gerinnungssystems. Zum Teil greifen auch verschiedene Maßnahmen hinein, die sich auf das lymphatische System beziehen. Dies ergibt sich daraus, dass alle diese Prozesse eine Einheit darstellen und sich gegenseitig beeinflussen.
Bei allen Untersuchungen und therapeutischen Maßnahmen sollen die betroffenen so wenig wie möglich strapaziert werden. Daher achten alle an der Diagnostik und der Behandlung beteiligten Fachbereiche auf schonende Verfahren und besprechen diese zuvor mit den Patienten oder bei Kleinkindern mit deren Eltern.
Fachübergreifende Verbindungen der Hämatologie zu anderen medizinischen Disziplinen
Weil sich viele Blutkrankheiten durch teilweise recht umfangreiche Veränderungen im Körper äußern, greifen diese auch in die körpereigene Abwehr des Organismus ein. Deshalb ist es wichtig, dass die Hämatologen mit den Immunologen zusammenarbeiten. Erweitert wird diese durch fachlich relevante Verbindungen zu den Onkologen (Fachärzte der Krebsheilkunde), teilweise zu den Heilpraktikern, den Psychologen, Kinderärzten, Palliativmedizinern und den Chirurgen. Die letztgenannte Disziplin und die Genetiker sind ist dann versierte Ansprechpartner, wenn Transplantationen von Knochenmark vorgesehen sind.
Eine ganze Reihe an Gebieten aus dem mittleren medizinischen Bereich ergänzt ebenfalls die Arbeit der Hämatologen. Die Labore sorgen für die Erstellung von Untersuchungsergebnissen aus Blut und Lymphe sowie aus Knochenmark. Dasselbe gilt für die Röntgenologie und die Hämostaseabteilungen. Die Hämostaseärzte sichern die Stillung von Blutungen, die im Falle einer Unfähigkeit der eigenständigen Blutgerinnung lebensgefährlich wären. Die Infusionsdienste stellen körperverträgliche Blutspenden zur Verfügung, wenn es sich beispielsweise um eine Blutarmut handelt.
Krankheiten des Blutes - Besorgnis erregende Symptome
Zu den überwiegenden Krankheiten, welche in der Lehre vom Blut eine Bedeutung haben, zählen die akuten und chronisch verlaufenden Leukämien (auch als Blutkrebs bekannt) sowie die bösartigen Anomalien der Lymphknoten (Krebs der Lymphknoten). Des Weiteren leiden Menschen unter einer Anämie (einer umgangssprachlich als Blutarmut bezeichnete Erkrankung) oder einer Bluterkrankheit (Hämophile). Nicht ohne Bedeutung ist gleichermaßen eine Abnormität, welche sich durch eine übermäßige Gerinnungsneigung des Blutes (Thrombophilie) ausdrückt.
Die Hämatologen betreuen und behandeln nicht nur ältere und erwachsene Patientinnen und Patienten. leider müssen auch Kinder und Jugendliche einen Hämatologen aufsuchen, wenn entsprechende Symptome auftreten. Diese werden meist durch den allgemeinen Mediziner oder den Kinderarzt erkannt.
Beschwerden bei hämatologischen Erkrankungen
Junge und ältere Patientinnen, welche unter einer Erkrankung leiden, die in die Hämatologie eingeordnet werden muss, geben ganz unterschiedliche Beschwerden an. Diese sind in einzelnen Fällen akut und plötzlich vorhanden oder entstehen schleichend und bleiben chronisch erhalten.
Wenn die Mediziner die Hilfe suchenden Personen befragen, geben diese oftmals gemeinsame Symptome wie Schwindel und Abgeschlagenheit, Blässe der Hut und Luftknappheit, Übelkeit, vermehrtes Schwitzen und Kopfschmerzen an. Müdigkeit, leichte oder starke Fieberschübe sowie geschwollene Lymphknoten können ebenfalls einen Gang in die Hämatologie bedingen.
Eine sichere Diagnose ist meist beim ersten Besuch noch nicht möglich. der behandelnde Facharzt der Hämatologie führt eine visuelle Begutachtung, eine Befragung der Patienten und eine Abtastung (Palpation) durch. Diese bezieht sich meist auf die Lymphknoten und dient dazu, vorhandene Schwellungen festzustellen.
Um die Krankheit näher und genau zu erkennen, bleiben Blutentnahmen und in besonders gravierenden Fällen chirurgisch entnommene Proben von Knochenmarksgewebe nicht aus. Diese Maßnahmen werden jedoch in örtlicher Betäubung als minimal invasive Eingriffe vorgenommen.
Benötigte Unterlagen für eine Konsultation
Für die Sprechstunde eines Hämatologen ist nicht in jedem Fall eine gültige Überweisung von einem anderen Facharzt erforderlich. Es ist jedoch günstiger, wenn diese vorliegt. Die Chipkarte der jeweiligen Krankenkasse sowie aktuelle Medikamentenpläne und diverse Ergebnisse anderweitiger Voruntersuchungen dürfen mitgebracht werden. So können unter Umständen unangenehme Doppeluntersuchungen vermieden werden. Kliniken benötigen meist noch den Personalausweis und den beim Erstbesuch auszufüllenden Fragebogen. Diese ist häufig auch in Privatpraxen Usus.
Private Zusatzleistungen der Hämatologen
Die privaten Zusatzleistungen, welche von den privaten Krankenkassen getragen werden, sind in der Hämatologie fast mit denen der gesetzlichen Versicherer gleich. Unterschiede kann es geben, wenn sich behandelte Patientinnen oder Patienten von der hämatologischen, Onkologischen oder tumorimmunologischen Station in eine Rehaklinik begeben. Privat versicherte Erkrankte profitieren allerdings auch von den Chefarztbehandlungen sowie Einzelzimmern und weiteren vertraglich geregelten Versorgungsleistungen.